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Das sowjetische Ehrenmal und das Weltkulturerbe

Der Welterbe-Beirat der Hansestadt Stralsund hat sich lt. Tätigkeitsbericht im November 2013 mit dem sowjetischen Ehrenmal auf dem Neuen Markt beschäftigt und folgendes protokolliert:

"Umgang mit dem Marienhof/Ehrenfriedhof Auf der Grundlage der vorhergegangenen Beratungen u.a. in der öffentlichen Bürgerwerkstatt am 7.3.2012 sowie des Workshops Marienkirchhof/Ehrenfriedhof am 25.9.13 an dem ebenfalls der Welterbe-Beirat vertreten war, fasste er einstimmig den grundlegenden Beschluss, das Gedenken an die gefallenen sowjetischen Soldaten von den ggf. zu würdigenden Ereignissen der Stadtgeschichte auf dem Areal vor der Nordseite der Marienkirche, zu trennen. Der WEB sieht in dieser Vorgehensweise eine sowohl zukunftsorientierte als auch erzieherisch wirkungsvolle sowie eine konfliktärmere Herangehensweise. Darüber hinaus wird der Gleichbehandlung aller gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges in und um Stralsund gleich welcher Nation gerechter entsprochen. Der Beschluss, der auf eine Umbettung der auf dem Nordportal beigesetzten sowjetischen Soldaten und die Auflösung des gegenwärtigen Ehrenhains mit dem Obelisk hinausläuft, wird in seiner konkreten Ausformulierung dem Bedarfsträger übergeben."

(<media 115483 - - "Leitet Dateidownload ein">Tätigkeitsbericht des Welterebeitrates für 2013</media>)

Es ist schon erstaunlich, dass dieses Gremium einen solchen Beschluss in dieser Form und diesem Inhalt fassen, weiterleiten und veröffentlichen kann:

- Das ist ein eklatanter Verstoß gegen die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen, Stichwort „Gräbergesetz“. Der WEB erwägt offenbar nicht einmal auch nur eine Kontaktaufnahme zur sowjetischen / russischen Seite, hält sie also nicht für nötig. Hat er wirklich solche Befugnisse ? Man kann sicher sein, dass die russische Seite schon klar machen wird, dass der WEB sie nicht hat. (Siehe Richtenberg)

- Gegen Soldatenruhe als Gleichbehandlung ist nichts zu sagen, aber es dürfte wohl ein Unterschied sein, ob eine kriegerische Armee in ein Land einfällt, oder ob eine Armee ihr Heimatland und zugleich das Ursprungsland des deutschen Faschismus von dieser Gewalt befreit. Das Denkmal an Soldatengräbern ist im vorliegenden Fall gerechtfertigt!

- Was mögen das für „ggf. zu würdigende Ereignisse der Stadtgeschichte auf dem Areal vor der Nordseite der Marienkirche“ sein ? Dass sich dort zu keiner Zeit der Haupteingang der Kirche befunden hat ? Jedenfalls hat das die Kirche nie glaubhaft belegen können, und nur von Wiederholungen wird das nicht wahrer. Dass dort bis Ende des 19. Jh. denkmalpflegerisch bedeutungslose Häuser gestanden haben?

- Ob der WEB wohl erklären kann, was er unter „zukunftsorientiert“ versteht, zumal in diesem Zusammenhang ? „Und erzieherisch wirkungsvoll“ – wen will der WEB da wirkungsvoll zu was erziehen, und wie?

- Kümmern den WEB eigentlich die Rechte der Schöpfer der Anlage und des Denkmals an ihrem Werk, neben Prof. Fritz Rogge also Günter Möhring und Hartmut Olejnik ? Weiß der WEB, dass es diese beiden verdienstvollen Bürger unserer Stadt noch gibt? Dass man sie dazu also noch persönlich hören kann – und sie nicht übergehen kann und darf!

- Wer ist eigentlich der "Bedarfsträger", der den Beschluss in seiner ausformulierten Form erhalten soll, und wer beschließt so etwas?