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Verkehrskonzept: Geistesblitze gefragt

Beitrag der OZ- Ostseezeitung

Stralsunds Innenstadt verträgt die vielen Autos nicht: An den Vorschlägen, das Problem zu lösen, scheiden sich die Geister. Besonders umstritten: Die Sperrung der Wasserstraße für die Passage von Nord nach Süd.

"Ich bin auf die Durchfahrer angewiesen. Sie halten kurz an, kommen rein, kaufen was und fahren dann weiter.“ Andreas Kanehl (42) vom Angelladen in der Wasserstraße.

„Wir sollten das Parkproblem nicht dramatisieren. Es gibt im Zentrum nun mal nur wenige Stellplätze, kostenlose schon gar nicht.“ Wolfgang Fenske (56) vom Elektronikfachmarkt in der Bleistraße

Das Verkehrskonzept für die Altstadt erhitzt weiter die Gemüter. Zwar gibt es viel Zustimmung für die Vorschläge, die ein Dresdner Planungsbüro im Auftrag der Stadtverwaltung erarbeitet hat, aber eben auch heftige Kritik. Das wurde am Donnerstagabend während der öffentlichen Fraktionssitzung der Wählergruppe Adomeit deutlich.

Bereits im Mai war das Konzept den Stralsundern im Löwenschen Saal vorgestellt worden. „Seitdem“, so Stephan Bogusch, Leiter der Abteilung Straßen und Stadtgrün in der Stadtverwaltung, „sind viele Vorschläge und Hinweise von Bürgern und Interessengruppen eingegangen.“ In den nächsten Wochen werde im zuständigen Fachausschuss für Bau, Umwelt, Ordnung und Stadtentwicklung darüber beraten.

Letztendlich müsse die Bürgerschaft dann über die Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen entscheiden. Das betreffe vor allem die Zukunft des bewirtschafteten Parkens und die besonders umstrittene Sperrung der Wasserstraße für den Durchgangsverkehr — natürlich erst, wenn der Frankenwall fertig ist.

Damit können sich vor allem die dortigen Händler überhaupt nicht anfreunden. Andreas Kanehl vom Angelladen: „Ich bin auf die Durchfahrer angewiesen. Sie halten kurz an, kommen rein, kaufen was und fahren dann weiter.“(???) Schützenhilfe bekam er von den Inhabern des Fahrradladens und des Wasch-Cafés, die sich zudem für ihre Kunden Kurzzeitparkplätze vor ihrer Tür (???) wünschen. Spirituosen- und Spezialitätenhändler Horst-Dieter Pohl stellt sich hingegen hinter die Vorschläge der Verwaltung: „Es ist nicht möglich, es alles recht zu machen. Aber der Verkehr macht uns kaputt.

"Mein Haus hat schon Risse.“

Bogusch erklärte sich in dieser Frage offen für Geistesblitze, die eine perfekte Lösung des Problems versprechen. Im Zusammenhang mit dem bewirtschafteten Parken betonte er, dass die Stadt dem Vorschlag der Verkehrsplaner, die Preise zu erhöhen, wahrscheinlich nicht folgen werde. Geprüft werde noch, ob eine Ausweitung auf den Sonnabendnachmittag und den Sonntag sinnvoll ist. Das sei aber nur mit Kontrolle durchsetzbar. Mit anderen Worten: Die Politessen müssten mehr arbeiten, was wiederum Kosten verursache.

Vehement für die Umsetzung aller Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung setzte sich Markus Zerhusen, Inhaber der Ferienwohnungen am Theater, ein. Viele Gäste würden sich über den Straßenlärm beklagen. Das hätten ihm auch die Betreiber der „Hafenresidenz“ und des „Scheelehofs“ gesagt. Um den Parkplatz-Suchverkehr zu reduzieren, wurden zuletzt bereits weitere Schilder an den Zufahrtsstraßen aufgestellt, die auf das Parkleitsystem — also die Parkhäuser — hinweisen und deutlich machen sollen, dass es im Zentrum keine weiteren Stellplätze gibt.

Außerdem wird ein Vorschlag der Wählergruppe Adomeit geprüft, Navigationssysteme mit der Information über den Parkplatzmangel in der Altstadt zu füttern.

Aus dem Verkehrskonzept ausgeklammert bleibt noch der Neue Markt, über dessen künftige Gestaltung noch keine Entscheidung gefallen ist. Sollte der östliche Teil Fußgängerzone werden, müssten allerdings die Langen- und die Frankenstraße zur Sackgasse erklärt werden. Maßnahmen, die viel Konfliktpotenzial beinhalten.

(Mit freundlicher Genehmigung von J.P. Woldt (OZ) veröffentlicht)

Zur Erinnerung:

OZ, 29.09.2006
Die Bebauung des Rathausplatzes fand bei einer Bürgerversammlung große Zustimmung. So freut sich Bürgerschaftsmitglied Waltraud Lewig, wenn Unordnung und der Müll aus dieser exponierten Lage verschwinden. Das Bild, das sich Touristen und Einheimischen vor allem im Sommer biete, sei zum Teil unzumutbar. "Mir tut es auch um jeden Baum leid", so Bielecke. Er verwies aber darauf, dass mittel- und langfristig der Neue wie der Alte Markt gestärkt werden sollen.

Bielecke räumte ein, dass das Verkehrsaufkommen enorm zunehme, aber ein Gutachten bestätigt habe, dass die Lärmbelästigung angemessen sei. Zudem werde es klare Festlegungen mit den Betreibern zu den Öffnungszeiten der Tiefgarage geben.

OZ, 27.01.2007
Der umstrittenen Bebauung des Rathausplatzes steht nichts mehr im Wege. Die Bürgerschaft hat dafür grünes Licht gegeben. Nur zwei Abgeordnete stimmten dagegen, einer enthielt sich.

2010 - Die Einfahrt zur Tiefgarage ist an der Ecke Heilgeist-/ Kleinschmiedstraße vorgesehen. Der Lieferverkehr für die großen Märkte erfolgt über die Kleinschmiedstraße. Die Laster fahren durch ein Rolltor in eine Warenschleuse mit der Ausfahrt zur Badenstraße.

Ausschuss für Bau, Umwelt, Ordnung und Stadtentwicklung Gebildet am: 16.07.2009 Aufgabe: zuständig für Umweltbelange, Stadtentwicklung, Denkmalpflege, Flächennutzungsplanung, Bauleit- und Landschaftsplanung und Verkehrsentwicklung, Hoch-, Tief- und Straßenbau sowie Sicherheits- und Ordnungsangelegenheiten des eigenen Wirkungskreises.

Vorsitzender: Völker, Nico

Stellvertreter: Reimann, Markus

Geschäftsführer/in: Ely, Gaby

Mitglieder:Völker,
Nico CDU/FDP Ausschussvorsitzender
Reimann, Markus FORUM-skE Gremiumsmitglied - 1. Stellv.
Prof. Dr. Eilsberger, Rupert SPD Gremiumsmitglied - 2. Stellv.
Schumann, Rolf CDU/FDP Gremiumsmitglied
Ruhnke, Kathrin CDU/FDP-skE Gremiumsmitglied
Hülse, Peter DIE LINKE Gremiumsmitglied
Nehls, Mirko DIE LINKE-skE Gremiumsmitglied
Nachtwey, Stefan BfS-skE Gremiumsmitglied
Lange, Frank Wählergruppe Adomeit Gremiumsmitglied
Ely, Gaby Geschäftsführer Gremien Geschäftsführerin


Verkehrskonzept Altstadt

Ziel des Konzeptes ist eine nachhaltige Verkehrsberuhigung. Verkehrskonzept